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Lebendige Burg in Füzér – Ausstellungsgeschichte Füzér

Füzér gilt als eine der romantischsten Burgen im südlichen Bergzug des Eperjes-Tokaj-Gebirges in Ungarn, mit dem allgemein bekannten Namen des Zemplén-Gebirges. Auf dem schwer erreichbaren Felsengipfel wurde bereits in der Arpadenzeit eine Burg errichtet, die zuerst im Text einer Urkunde von 1264 erwähnt wird. In dieser Urkunde wird sogar der erste bekannte Eigentümer der Burg benannt: „Meister Andronicus der Blinde“ aus dem Geschlecht Kompolt. König Andreas II. hat die Burg von ihm gekauft. König Béla IV. hat sie ihrer Tochter Anna geschenkt, aber sein Sohn István hat sie mit militärischer Kraft für sich erworben. Herzog István, der spätere König István V. hat 1270 die Burg seinem Anhänger Comes Mihály geschenkt. Die Zubehöre und Grenzen der Burg Füzér werden zuerst in dieser Donationsurkunde beschrieben.

In den weiteren Jahrhunderten hatte die Burg mehrere Eigentümer, sie war die längste Zeit im Besitz der Familie Perényi. Nach dem Aussterben der Familie war die Burg ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Besitz der Familie Báthory und Nádasdy. Die Geschichte der Burg ist mit dem politischen Sturz des Palatins Ferenc Nádasdy und des Pächters Ferenc Bónis verbunden, die 1671 wegen der Teilnahme an der Wesselényi-Verschwörung zur Enthauptung und Konfiskation verurteilt wurden. Sie wurden am 30. April gleichzeitig hingerichtet. Die Burg wurde von der Hofkammer verwaltet, aber sie hat sich weder um die Burg, noch um das Gut gekümmert. 1676 wurde das Gebäude entleert, der Brunnen und der Wasserspeicher wurden verschüttet und der Gebäudekomplex wurde in Brand gesetzt.

Péter Perényi, Kronenhüter von nach der Schlacht von Mohács zum König gekrönten János I. Szapolyai brachte die Heilige Krone hier in Sicherheit. Die Heilige-Krone-Ausstellung setzt der beinahe einjährigen Bewahrung der Krone in Füzér ein Denkmal, wo der Besucher anhand der Bilder des Fotokünstlers Károly Szelényi mit der Ikonografie der Krone bekannt gemacht wird. Das zweite Ereignis ist eine Geschichte wie ein Abenteuerfilm: Der Sohn von Péter Perényi, Gábor ließ im Keller unter der Kapelle zum Loskaufen seines Vaters aus der Wiener Gefangenschaft falsche Münzen prägen. In Erinnerung an diese Geschichte wird in Füzér eine geldhistorische Ausstellung eingerichtet, in der die ungarische Geldgeschichte des 16-17. Jahrhunderts vorgestellt wird.

Im modernen Ausstellungsraum, der im Dachraum der Burg eingerichtet wird, werden in der Lebenswerkausstellung des bildenden Künstlers, Munkácsy-Preisträger und Professor der Universität der Bildenden Künste Frigyes Kőnig die Burgen des historischen Ungarn vorgestellt.

Darüber hinaus können die Besucher natürlich die Baugeschichte der Burg durch eine Steinsammlung und zahlreiche 3D-Animationen befolgen. In den Kellern können neben der Steinsammlung Kammerausstellungen zur Weingeschichte und dem Bierbrauen des 17. Jahrhunderts besichtigt werden.

Burg Füzér ist ein wichtiges Denkmal der ungarischen Geschichte, ein Schützer unserer Vergangenheit.